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martes, 21 de julio de 2026

Deutsche Geschichte ohne Grenzen

 



Wenn von der Geschichte Deutschlands gesprochen wird, richtet sich der Blick meist auf die Ereignisse innerhalb seiner heutigen Grenzen oder auf die großen Auswanderungsbewegungen des 19. Jahrhunderts. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass deutsche Familien bereits Jahrhunderte zuvor eine bedeutende Rolle in anderen Teilen Europas und der hispanischen Welt spielten.

Die Geschichte Deutschlands wurde nicht ausschließlich in Deutschland geschrieben. Ein Teil von ihr entstand auch in Spanien und in Hispanoamerika.

Zu den eindrucksvollsten Beispielen dieser bislang wenig beachteten historischen Realität gehört die Familie Lisperguer Wittemberg. Ihre Geschichte verbindet Deutschland, Spanien und Chile über mehrere Jahrhunderte hinweg und eröffnet neue Perspektiven für das Verständnis der europäischen Geschichte der Frühen Neuzeit.

Pedro Lisperguer verkörpert diese transnationale Wirklichkeit in besonderer Weise. Als Deutscher, der im Umfeld Kaiser Karls V. und später Philipps II. ausgebildet wurde, führte ihn sein Lebensweg über die Niederlande und England schließlich nach Peru und Chile. Seine Biographie ist keine Geschichte der Auswanderung im modernen Sinne, sondern Ausdruck der politischen und kulturellen Einheit der habsburgischen Monarchie.

Ebenso bemerkenswert ist die Entwicklung der Familie Wittemberg in Spanien. Dort gelang ihr innerhalb weniger Generationen ein außergewöhnlicher sozialer Aufstieg. Ihre Mitglieder waren im internationalen Handel tätig, knüpften enge Beziehungen zur spanischen Aristokratie und nahmen bedeutende Positionen im politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben des Landes ein. Ihre Geschichte zeigt, dass deutsche Herkunft und vollständige Integration in die spanische Gesellschaft keineswegs Gegensätze waren.

Von besonderer Bedeutung ist auch Luis Joseph Velázquez de Velasco, Marqués de Valdeflores, der über seine mütterliche Linie von den Wittemberg abstammte. Als Mitglied der Real Academia de la Historia gehörte er zu den bedeutendsten Gelehrten der spanischen Aufklärung. Seine Werke fanden Eingang in die deutsche Wissenschaft durch Johann Andreas Dieze und wurden später von Emil Hübner für das Corpus Inscriptionum Latinarum herangezogen. Auch auf diesem Gebiet zeigt sich die enge Verbindung zwischen der deutschen und der spanischen Gelehrtenwelt.

In Chile hinterließ die Familie Lisperguer schließlich ein Erbe von außergewöhnlicher historischer Bedeutung. Über Generationen gehörte sie zu den einflussreichsten Familien des Landes. Aus ihr ging Catalina de los Ríos y Lisperguer – La Quintrala hervor, eine Persönlichkeit, die bis heute zu den bekanntesten Figuren der chilenischen Geschichte und Literatur zählt.

Die Geschichte der Lisperguer Wittemberg ist deshalb weit mehr als die Geschichte einer einzelnen Familie. Sie zeigt beispielhaft, wie eng Deutschland, Spanien und Hispanoamerika bereits seit dem 16. Jahrhundert miteinander verbunden waren. Zugleich macht sie deutlich, dass zahlreiche Kapitel deutscher Geschichte noch außerhalb der traditionellen nationalen Perspektive geschrieben werden müssen.

Vielleicht ist es an der Zeit, diese Familien nicht länger als Randerscheinungen der deutschen Geschichte zu betrachten, sondern als einen integralen Bestandteil der europäischen Vergangenheit. Denn die Geschichte Deutschlands endet nicht an seinen Grenzen.Veröffentlichte Monographien

Die Ergebnisse dieser Forschungen wurden in folgenden Monographien veröffentlicht:

  • Los Lisperguer Wittemberg: una familia alemana en el corazón de la Monarquía Hispánica.

  • El conquistador alemán Pedro Lisperguer Wittemberg: de cortesano de Carlos V y Felipe II a célebre precursor de Chile.

  • Concesión de la Cruz de la Orden de Franz Joseph a Carlos Boríes, gobernador de Magallanes (1898–1904).

miércoles, 5 de abril de 2017

Spanische Renaissance: Kaiser Karl V. und der deutsche Konquistador Peter Lisperg auf Reisen durch die Niederlande 1545

El emperador Carlos V, por Juan Pantoja de la Cruz,inspirado por Tiziano
Vecellio  (english Wiki) [Public domain], via Wikimedia Commons

     Es herrscht oft die Annahme unter Gelehrten, dass alles, was Kaiser Karl V. betrifft, bereits umfassend dokumentiert, bekannt und veröffentlicht ist. Historiker der humanistischen Epoche wie Prudencio de Sandoval und renommierte Forscher wie Manuel Fernández Álvarez haben ausführlich über das Leben des großen Kaisers der Christenheit geschrieben. Dennoch existieren weniger bekannte Episoden, die nur in königlichen Chroniken oder privaten Familienarchiven überliefert sind und das Bild einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts ergänzen.

Am 16. Mai 1545 erreichte Kaiser Karl V. gemeinsam mit seinem Bruder Ferdinand („König der Römer“), dem Grafen von Feria und zahlreichen Höflingen die Stadt Worms. Dort übergab der Bürgermeister Peter Birling dem Kaiser feierlich die Stadtschlüssel – ein symbolträchtiger Akt, vergleichbar mit der berühmten Darstellung der Kapitulation von Breda durch Velázquez im folgenden Jahrhundert. Diese Szene ist in Familienaufzeichnungen chilenischer Nachfahren detailliert beschrieben, wird jedoch in offiziellen Chroniken der Stadt Worms nur anonym erwähnt.

Zur damaligen Zeit war das Reich von Konflikten geprägt, insbesondere durch die Spannungen mit dem deutschen Protestantismus. Karl V. erinnerte sich noch lebhaft an den Reichstag von Worms 1521, bei dem er Martin Luther gehört hatte. Im Mai 1545 war er entschlossen, das Konzil von Trient einzuberufen, obwohl politische Hindernisse seine Umsetzung verzögerten. Während dieser unsicheren Monate verbrachten der Kaiser und sein Gefolge den Frühling und Sommer in den Niederlanden, während diplomatische Entscheidungen reiften.

Unter den jungen Höflingen befand sich Pedro Lisperguer, geboren um 1530 in Worms als Sohn von Peter Birling und Catalina Lisperg. Sein Vater war ein angesehener Stadtrat und später Mitunterzeichner des Augsburger Religionsfriedens von 1555. Als Karl V. Worms verließ, nahm er den fünfzehnjährigen Lisperguer mit in seine Dienste – ein Ereignis, das den Weg des jungen Deutschen in die spanische Welt und schließlich nach Südamerika ebnete.

Die Reise durch die Niederlande begann am 7. August 1545 und führte das kaiserliche Gefolge durch Köln, Maastricht, Löwen (Leuven), Brüssel, Brügge – das von Erasmus als „das kleine Athen“ bezeichnet wurde –, Antwerpen, Leiden und Utrecht. Hier nahm Karl V. an einem Kapitel des Ordens vom Goldenen Vlies teil und verlieh dem Grafen von Feria das prestigeträchtige Halsband des Ordens. Diese Monate boten dem jungen Lisperguer Einblicke in die Zentren humanistischer Kultur und die höchste aristokratische Gesellschaft des Reiches.

Nach seiner Rückkehr nach Spanien verbrachte Lisperguer fast ein Jahrzehnt unter dem Schutz des Grafen von Feria in Andalusien, bevor er 1554 nach England reiste, wo er an der Hochzeit von Philipp II. und Maria Tudor teilnahm. Dank der persönlichen Empfehlung des Kaisers erhielt Lisperguer schließlich die Lizenz zur Überfahrt in die Neue Welt, trotz bestehender Verbote für deutsche Untertanen. 1555 brach er mit der Flotte des Vizekönigs von Peru, Andrés Hurtado de Mendoza, nach Südamerika auf. Dort begründete er eine der mächtigsten und einflussreichsten Familien Chiles und Perus, deren Nachkommen hohe Ämter und Adelstitel erlangten.

Diese bislang wenig erforschte Episode zeigt, wie die frühen Beziehungen zwischen Kaiser Karl V., dem deutschen Konquistador Pedro Lisperguer und den europäischen Machtzentren die Geschichte Chiles beeinflussten. Neue Recherchen in spanischen und deutschen Archiven eröffnen heute ein tieferes Verständnis der europäischen Wurzeln der kolonialen Eliten in Südamerika.

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Möchten Sie mehr über diese Familie kennen zu lernen?


Jetzt gibt es eine neue Forschung in Spanien



Der Titel des Buches hat sich geändert. Es wurde in zwei Bände aufgeteilt. Die erste heißt "El conquistador alemán Pedro Lisperguer Wittemberg: De cortesano de Carlos V y Felipe II a célebre precursor de Chile und es ist ein Angebot auf Amazon in seiner digitalen Version. Danke. D.P.R. 





                               Der Eroberer Peter Lisperger


Kürzlich Ich schrieb einen Artikel in der hundertjährige Zeitschrift  Athena. Ich lade Sie zu wissen:






Danke

Daniel Piedrabuena Ruiz-Tagle

Ich veröfftenlichte vor Kurzem ein neues Büch, sehr neu in den inhalt dieses Thema mit den Titel: Los Lísperguer Wittemberg: una familia alemana en el corazón de la cultura chilena: Identidad y esplendor de la primera familia colonial de Chile.




Sie können es unter folgendem Link haben: 






Daniel Piedrabuena Ruiz-Tagle 



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